Porosität verstehen: Ist dein Haar ein Schwamm oder ein Regenmantel? 💦
Isabella EngelbergerFoundation & Biology
Part 4 / 4 - Porosität verstehen
Hey meine Liebe,
diese Woche habe ich im Salon wieder über ein Thema nachgedacht, das uns fast täglich begegnet. Oft sitzen Kundinnen bei mir auf dem Stuhl und sind völlig frustriert: „Isabella, ich kaufe die teuersten und reichhaltigsten Bio-Öle, aber mein Haar nimmt sie einfach nicht auf. Es liegt wie ein schwerer Schmierfilm auf dem Kopf!“
Vielleicht kennst du das auch? Oder vielleicht hast du genau das gegenteilige Problem: Du gibst Unmengen an Pflege in deine Längen, und eine Stunde später ist das Haar wieder staubtrocken und strohig.
Die Antwort auf dieses Pflege-Rätsel ist ein Begriff, den wir in der Haarpflege viel öfter besprechen sollten: Porosität.
Was das genau ist und warum wir bei True Organic Cosmetics unsere Inhaltsstoffe exakt auf diese Eigenschaft abstimmen, schauen wir uns heute im Detail an.
Was bedeutet Porosität eigentlich?
Einfach gesagt, beschreibt die Porosität die "Aufnahmefähigkeit" deines Haares. Sie hängt direkt mit der Schuppenschicht (Cuticula) zusammen. Je nachdem, wie diese äußeren „Dachziegel“ deines Haares beschaffen sind, reagiert dein Haar völlig unterschiedlich auf Wasser und Pflege.
Selbst die beste und reinste Biokosmetik funktioniert nicht, wenn sie nicht zu der Struktur deines Haares passt. Die konventionelle Industrie löst dieses Problem oft mit Silikonen: Alles wird zugekleistert, das Haar glänzt künstlich, aber darunter erstickt es. Wir machen das anders. Wir nutzen reine Naturstoffe, die die Porosität deiner Haare auf Dauer wieder in ein gesundes Gleichgewicht bringen.
Es gibt im Grunde zwei Extreme:
1. Team „Schwamm“ (Hohe Porosität)
Stell dir vor, dein Haar ist wie ein durstiger Schwamm. Die Schuppenschicht steht weit ab oder hat Lücken (oft durch Hitze, Färben oder Reibung). Das Problem: Das Haar saugt Wasser und Pflegeprodukte in Sekunden auf. Da das äußere Schutzschild aber nicht dicht hält, verdunstet die Feuchtigkeit genauso schnell wieder. Das Haar trocknet rasant aus und bricht.
Die Lösung aus der Natur: Dein Haar braucht Inhaltsstoffe, die diese Lücken schließen und die Feuchtigkeit im Inneren sicher versiegeln. Wir nutzen hierfür in unserer Formulierung absolute Kraftpakete:
Apfelessig: Das ist ein echtes Wundermittel für hochporöses Haar. Apfelessig hat einen natürlich sauren pH-Wert. Dieser saure Wert bewirkt, dass sich die abstehenden „Dachziegel“ der Schuppenschicht sofort zusammenziehen und flach anlegen. Die Feuchtigkeit wird im Haar eingeschlossen und die Oberfläche wird spiegelglatt – was für einen unglaublichen, natürlichen Glanz sorgt.
Macadamiaöl: Wenn die Schuppenschicht Lücken hat, brauchen wir reichhaltige Lipide, um diese zu kitten. Macadamiaöl ist dem natürlichen Sebum (Talg) unserer Kopfhaut extrem ähnlich. Es legt sich als feiner, atmungsaktiver Schutzfilm um den Haarschaft, versiegelt die Feuchtigkeit im Cortex und macht extrem sprödes Haar wieder elastisch und widerstandsfähig, ohne es wie ein Silikon komplett abzudichten.
Mein Tipp: Unsere Haarcreme The Good One füttert dein Haar genau mit diesen hochwirksamen Inhaltsstoffen. Sie wirkt wie ein natürliches Pflaster für aufgeraute Haare und schützt sie den ganzen Tag vor dem Austrocknen.
2. Team „Regenmantel“ (Geringe Porosität)
Hier ist dein Haar das genaue Gegenteil. Die Schuppenschicht liegt so eng und fest an, dass das Haar wie ein Regenmantel wirkt. Das Problem: Wasser perlt ab und schwere Pflegeprodukte kommen gar nicht erst ins Innere. Sie bleiben einfach auf der Haaroberfläche liegen. Das führt zu diesem unbeliebten „Schmierfilm“ und beschwert das Haar extrem (Build-up).
Die Lösung aus der Natur: Dein Haar braucht leichte, wasserbasierte Feuchtigkeit. Schwere Öle und Buttern sind hier tabu, da sie nicht durch die geschlossene Schuppenschicht dringen können. Wir setzen auf Stoffe, die tief in das Haar rutschen:
Aloe Vera Saft: Anstatt einer schweren Creme braucht geringporöses Haar Feuchtigkeitsspender (Humectants). Aloe Vera Saft besteht zum Großteil aus Wasser und wertvollen Polysacchariden (Mehrfach-Zucker). Dank seiner winzigen Molekülstruktur kann er selbst durch die engste Schuppenschicht schlüpfen und das Haar von innen heraus prall mit Feuchtigkeit füllen, ohne auch nur ein Gramm zu beschweren.
Shiuöl: Dieses fantastische, ätherische Öl (gewonnen aus dem Ho-Baum) ist extrem leicht und feuchtigkeitsspendend. Es pflegt nicht nur die Haarfaser völlig schwerelos, sondern beruhigt gleichzeitig die Kopfhaut und bringt durch seinen hohen Linalool-Gehalt eine wunderbar regenerierende Wirkung (und einen tollen Duft!) in die Pflege, ohne einen Fettfilm zu hinterlassen.
Mein Tipp: Greif zu unserem Conditioner The Shiny One. Er basiert genau auf diesen leichten, hydratisierenden Inhaltsstoffen und schenkt dir tiefenwirksame, aber völlig schwerelose Pflege.
Der Profi-Trick für die Anwendung
Egal, welches Team du bist – es gibt einen physikalischen Trick, den du im Badezimmer immer nutzen kannst: Wärme öffnet, Kälte schließt.
Trage deine Pflegeprodukte (besonders den Conditioner The Shiny One) auf, wenn dein Haar noch leicht warm vom Waschen ist. Die Wärme sorgt dafür, dass sich die Schuppenschicht sanft öffnet. So können die Inhaltsstoffe perfekt in das Innere (den Cortex) einziehen. Wenn du die Pflege danach mit kühlem Wasser ausspülst, schließt sich das Haar wieder und schließt die Nährstoffe sicher ein.
Nach dem 4ten Teil unserer Foundation Serie verstehst du nun besser wie dein Haar "tickt", und wir können ihm genau das geben, was es für echte, langfristige Gesundheit braucht.
Fühl dich gedrückt 🫶🏻
Alles Liebe, Isabella